Phytotherapie in der Veterinärmedizin
Die Geschichte der Behandlung von Tieren begann mit der Domestikation von Wildtieren. Dabei ist die Entscheidung eingesetzter Pflanzen auf die Beobachtung der Tiere zurückzuführen. Vom Wohlbefinden dieser Tiere hängt das Schicksal der Menschen ab. Schon um 1850 v. Chr. wird im ältesten Zeugnis der Schrift der Tierheilkunde beschrieben, wie Heilpflanzen für Einreibungen und Räucherungen bei Rindern zu benutzen sind.
Heilpflanzen haben in der europäischen Tierheilkunde eine lange Tradition. Viele werden seit Jahrhunderten mit gleicher Indikation angewendet.
Häufig fordern Tierbesitzer, die mit der Phytotherapie bei sich selbst bereits gute Erfahrungen sammeln konnten, für ihr Tier diese Art der Therapie. Besonders dann wird diese Therapieform interessant, wenn Standardtherapien nicht mehr greifen, die Antibiotika-Therapie nicht mehr anschlägt, die Infektions-Anfälligkeit steigt, allergische Reaktionen, unerwünschte Nebenwirkungen oder Medikamenteninteraktionen auftreten. Vor allem bei alten oder mehrfach erkrankten Patienten ist die Phytotherapie eine gute Wahl.
Heilkräuter erleben gerade eine Renaissance als Ergänzungsfuttermittel (EFM). Seit Jahrhunderten ist bekannt, dass sich mit geringen Dosen bestimmte Heilpflanzen – meist Gewürzpflanzen – der Appetit anregen, die Verdauung unterstützen, den Heilungsprozess positiv beeinflussen lässt, und vieles mehr. EFM sind zumeist bewährte Mischungen, aus verschiedenen Pflanzen.